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RFID

 


RFID - die perfekte Überwachung

Radio Frequency Identification. Dieses harmlos klingende Wortgebilde steht in den Startlöchern, unser Leben nachhaltiger zu verändern als Handy und Internet. Nach dem Willen von Politik und Wirtschaft sollen die smarten Funketiketten nämlich so schnell wie möglich den Einzug in alle möglichen Dinge des täglichen Lebens finden.

Vorreiter sind mal wieder die USA. Dort hat z.B. eine kalifornische Grundschule RFID-Chips an Schülern getestet. Alle Schüler müssen eine entsprechende Plakette bei sich tragen, angeblich zur Steigerung der Sicherheit der Kinder. Es lässt sich dadurch automatisch feststellen, welche Schüler im Hause sind und welche fehlen.

Die Plakette enthält u.a. Bild, Name und Indentifikationsnummer (Ausweisnummer) des Kindes. Da RFID relativ simpel auslesbar sind, ist die Sache mit der Sicherheit der Kinder wohl eher ein Witz. Hat ein böser Bube die Daten, weiß er wo das Kind wohnt. Schön für Entführer. Und auch Pädophile können dann endlich die Kinder durch die ganze Stadt verfolgen.

Hier zu Lande ist man offiziell noch nicht soweit. Allerdings wurde schon festgestellt, dass Nobelfirmen wie Calvin Klein die Chips klammheimlich in ihre Klamotten einarbeiten. Und auch Metro stand vor kurzem im Rampenlicht deswegen.

Werden RFID auf Paletten oder Verpackungen angebracht, kann man dem vielleicht gelassen zusehen. Was aber, wenn in Kleidungsstücken solche Chips versteckt oder untrennbar eingebaut sind? Jeder RFID-Chip wird mit einer einzigartigen Seriennummer ausgeliefert. Diese lässt sich überall auf der Welt auslesen und zuordnen. Hat eine Firma diese Nummer einmal einem bestimmten Kunden zugeordnet, lässt sich mit einer vernünftigen Infrastruktur an RFID-Empfängern eine lange Überwachungskette aufbauen. Eine solche Zuordnung ist relativ einfach über Kundenkarten oder Kreditkartendaten zu erzielen. Wunderschöne Kundenprofile lassen sich so erstellen, konzernweit oder auch mehr.

Kein Kunde weiß dann in Zukunft, was er denn da so an Daten mit sich rumschleppt und preisgibt ohne es zu wollen, da er ja auch nicht weiß, wer was über ihn in welchem Kleidungsstück versteckt gespeichert hat. Versteckt jemand ein RFID-Lesegerät an einem öffentlichen Ort, z.B. einem Versammlungslokal, lässt sich mühelos auslesen, wer die Besucher sind und was sie da so mit sich rumtragen.

Rechtsstaat?

(Dieses Poster steht unter CC-by-nc-nd-Lizenz)

Was die praktische Nutzung von RFID anbetrifft, geht die Regierung in Berlin mal wieder mit schlechtem Beispiel voran, indem sie diese Technik in die neuen Reisepässe einbauen lässt. Wie Professor Andreas Pfitzmann von der Technischen Universität Dresden anlässlich einer Anhörung zur Einführung der Pässe erläuterte, lassen sich mittels RFID personenbezogene Bomben herstellen. Diese könnten genau dann explodieren, wenn der Paßinhaber, auf dessen Chip die Bombe eingestellt ist, in der Nähe sei. Dem widersprach auch der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, nicht. Allerdings spielte dieser die Gefahr als »realitätsfernes Szenario« herunter. Passt ja auch so garnicht ins Programm.

 

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