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Big Brother ist überall                  Internet


Unterwegs im Internet

Jeder Surfer hinterläßt Spuren im Internet. Vor dem Hintergrund der neuesten Entwicklungen (verdachtsunabhängige Speicherung aller Daten aller Anwender beim jeweiligen Provider, staatliche Online-Durchsuchungen) kommt vielleicht der eine oder andere ins Grübeln und fragt sich, ob und wie er dem entkommen kann.

Schon zwei Informationen, nämlich die Uhrzeit und die IP (Internet-Protokoll), die Adresse des PC also, reichen aus für eine sichere Identifizierung jedes Internet-Bummlers. Über den Provider lässt sich herausfinden, wer eine bestimmte IP zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzt hat. So wurden übrigens Tauschbörsennutzer als Raubkopierer enttarnt.

Aber, kann das sein, ein Volk von Raubkopierern und Kinderschändern? Wohl kaum. Wozu dann aber Vorratsspeicherung. Der deutsche Hang zu autoritären Regierungsformen? Wie auch immer. Es gibt Möglichkeiten, ein solchen Ansinnen ins Leere laufen zu lassen: Anonymisierung. Dabei lässt ein Anwender seine Internet-Aktivitäten über spezielle Server im Internet laufen. Dem PC wird dort eine neue Adresse (IP-Nummer) zugewiesen. Erst dann geht es weiter zum eigentlichen Ziel. Dort ist dann die originale Adresse nicht mehr feststellbar. Noch sind solche Dienste nicht verboten.

Für geübtere Anwender bietet sich auch die Möglichkeit einen so genannten Proxi-Server auf seinem System zu installieren, der dann die Anonymisierung vornimmt.

Ein Beispiel oder Wie frei ist das Internet?

Wem noch nicht so richtig klar ist, was denn so datenmäig passiert beim surfen, dem hilft vielleicht folgendes Beispiel auf die Sprünge:

Wer ohne besondere Vorkehrungen zum Schutz seiner Privatsphäre im Internet surft gibt auf seinem Weg eine Menge Daten preis. Welche und wie man sich so was vorzustellen hat, soll im folgenden geschildert werden.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen Zuhause vor dem PC und wollen etwas im Internet suchen. Also, Computer hochgefahren, ggf. Modem oder Router einschalten und den Browser starten. All diese für Sie simplen, alltäglichen Schritte produzieren Zugangsdaten, die in die Internetwelt hinausgeschickt werden.

Für den Internet-Zugang sendet der Router (das Gerät, das Ihren PC mit dem Internet verbindet) Ihre gespeicherten Anmeldedaten, nämlich Benutzerkennung und Passwort, an den Internet Service Provider (ISP). Dort wird damit ein Datensatz angelegt, der den Login-Namen, das Datum und die Uhrzeit der Anmeldung, sowie die zugewiesene IP-Adresse (eindeutige Kennung Ihres Rechners im Internet) enthält.

Sobald Sie eine Internet-Adresse (URL), zum Beispiel www.bnd.de, eintippen, geht diese Anfrage an den Proxy-Server des Providers, der sie vollständig speichert und die dazu gehörende IP-Adresse vom Internet-Adress-Server (DNS) abholt. Dann erst sendet der Proxy Ihre Anfrage samt IP-Adresse an den angefragten Web-Server.

Dieser Web-Server speichert Ihre Anfrage in einer Log-Datei, deren Umfang meistens einer Art Standard enspricht (Common Logfile Format) entspricht. Er notiert darin: IP-Adresse, Login-Name, Datum und Zeit der Anfrage des Browsers, Status der Anfrage, die Länge der übertragenen Webseite in Byte. Oft wird außerdem der so genannte Referrer gespeichert, d.h. die Website, von der aus Sie gerade gekommen sind. Auch die Browserversion, die Sie auf Ihrem PC nutzen, Ihr verwendetes Betriebssystem und Angaben zur Konfiguration Ihres Rechners (zum Beispiel ob Cookies zugelassen sind) werden erfasst und gespeichert. Falls Sie auf eine Seite zugreifen wollen, die eine Authentifizierung erforderlich macht, wird auch Ihr Name gespeichert.

Anhand dieser Daten kann über die Log-Datei des Web-Servers ziemlich schnell und eindeutig ermittelt werden, was Sie dort wie lange angesehen oder gemacht haben. Im Proxy ist auch die Information gespeichert, wem die IP zu einem bestimmten Zeitpunkt zugeordnet war, nämlich Ihnen, mit ihrem Login-Namen und Passwort. Verbunden mit Ihren Kundendaten (u.a. Name, Adresse, Telefonnr.), die Ihr Profider ja in seiner Kundendatenbank hat, kann ein eindeutiges Bewegungsbild erstellt werden.

Genau darauf zielte der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ab. Der Provider muss solche Daten ab diesem Jahr den Strafverfolgungsbehören und auch für zivilrechtliche Fahndungen oder bei reinem Verdacht auf Straftaten herausgeben. Ganze sechs Monate muss er alte Verbindungsdaten aufbewahren.

Selbst wenn Sie alle Spuren auf ihrem Computer löschen, z.B. Cookies und die History sowie den Cache des Browsers leeren, können Sie nicht die Spuren beseitigen, die Sie auf Ihrem Weg durchs Internet hinterlassen haben. Privatsphäre ade. Hinter jeder IP steckt ein Klarname, den der ISP kennt und jetzt ggf. rausrücken muss. So sieht sie also aus, die schöne neue Welt. Der Staat stellt ein ganzes Volk unter Generalverdacht und spioniert uns alle sozusagen auf Vorrat aus. Aber man kann etwas dagegen unternehmen. Das Zauberwort heißt Anonymisierung.

 

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