DKP

Deutsche Kommunistische Partei
Nordheide

 

 

 


Solidarität  

 

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Chronik der DKP-Solidaritätsbrigade "Carlos Fonseca"

Vorbemerkung

Fast 20 Jahre währt nunmehr die konkrete politische und materielle Solidarität mit Nicaragua, mit der "Frente Sandinista de la Liberacion National" (FSLN), mit sandinistischen Gewerkschaften, mit der Basisorganisation "Movimiente Comunal" und anderen.

Anlass genug, der Öffentlichkeit Einblick in die während dieser Zeit vor Ort geleistete Arbeit zu geben. Natürlich hat sich die Solidarität der DKP nicht auf den Einsatz der Brigaden in Nicaragua beschränkt. Große Kampagnen wurden in der Bundesrepublik durchgeführt, um die erforderlichen finanziellen Mittel für die Realisierung der Projekte zu erhalten. Im Mittelpunkt solcher Kampagnen standen neben der Information über das konkrete Projekt immer auch Informationen über das Land und die Menschen Nicaraguas; über die mit der erfolgreichen sandinistischen Revolution von 1979 eingeleiteten großen Veränderungen; über den von den Contras seit 1981 mit direkter Unterstützung durch die USA-Regierung entfachten Terror und Krieg gegen das nicaraguanische Volk, der allseitigen Blockade und Interventionsdrohung durch die USA. Erstmalig in seiner Geschichte hatte das nicaraguanische Volk nach Jahrhunderten kolonialer Unterdrückung durch Spanien, England und seit 1853 durch die USA mit der sandinistischen Entwicklung nach 1979 nationale Selbstbestimmung und Souveränität erhalten. Nach 50 jähriger von den USA unterstützter Somoza-Diktatur wurden im Land bürgerlich-demokratische Grundrechte und Freiheiten eingeführt. Der Besitz des Somoza-Clans – 30% bebaubaren Landes Nicaraguas, 40% der Industrieanlagen, Banken, Rundfunk- und Fernsehanstalten – wurde in Staatsbesitz überführt. Mit der 1980 durchgeführten Bodenreform wurden alle Bauern entschuldet; landarme Bauern und Landarbeiterfamilien erhielten Grundflächen zur selbständigen Bearbeitung. Mit der Bildungs- und Gesundheitsreform erhielten alle Bürger das Recht auf kostenlose Gesundheitsversorgung und Nutzung der Bildungseinrichtungen. Viele weitereBeispiele dieser für die Bürger Nicaraguas positiven Entwicklung könnten hier noch benannt werden.

KinderDiese Entwicklung widersprach nicht nur den Interessen eines Teils des Großbürgertums und der Latifundienbesitzer Nicaraguas. Im rororo-Taschenbuch Nr. 4345, herausgegeben 1979, ist nachzulesen: "Die Vereinigten Staaten... benutzten das Territorium Nicaraguas wie eigenes Land und starten von hieraus militärische Aktionen. 1954 im Fall Guatemalas, 1955 im Fall Costa Ricas, 1961 im Fall Kubas (Schweinebucht), 1965 Dominikanische Republik. Im Rahmen dieser Waffenbrüderschaft (Somoza-USA d. Verf.) schickt Nicaragua 1967 Truppen nach Vietnam, 1968 nach Panama und 1971 nach El Salvador, um die politische Lage dieser Länder (im Sinne der USA d. Verf.) zu stabilisieren. Es galt in erster Linie eine strategisch vitale Zone zu sichern, im Interesse der Wirtschafts- und Militärinteressen der westlichen Welt. Die Respektierung des Selbstbestimmungsrechts des Volkes blieb in diesem Prozeß jeweils auf der Strecke..." Welcher Zynismus! Natürlich waren mit der erfolgreichen Revolution 1979 diese oben genannten wirtschaftlichen und militärischen Möglichkeiten in und mit Nicaragua den multinationalen Konzernen und der US-amerikanischen Administration genommen. Zu diesen Konzernen gehörten United Fruit Company, Coca-Cola, Rüstungskonzerne, Minengesellschaften u.a. aus den USA. Aber auch deutsche Konzerne wie Mercedes Benz, VW, Siemens, BASF, Bayer usw. waren an der Ausplünderung und Unterdrückung der Bevölkerung während der Somoza-Diktatur beteiligt.

Die gefährdeten wirtschaftlichen Interessen großer multinationaler Konzerne, die notfalls auch mit militärischer Gewalt durchgesetzt werden mussten, bildeten den entscheidenden Hintergrund für die militärische Ausbildung und Bewaffnung einer Truppe von Söldnern und Terroristen durch die USA im nicaraguanischen Nachbarland Honduras. In einem 9 Jahre dauernden Krieg (1981 – 1990) sollte das Land destabilisiert und zurück in die US-amerikanische Abhängigkeit geführt werden. Einher mit dem Krieg gegen das Volk von Nicaragua ging ein gewaltiger Diffamierungs- und Verleumdungsfeldzug gegen die demokratisch gewählte Regierung des Landes und gegen die FSLN durch die US-Medien. Nicht die Wahrheit, sondern wirtschaftliche und militärische Interessen waren das Kriterium für die Berichterstattung. Die großen Medien unseres Landes scheuten sich nicht, diese Nachrichten, Berichte und Kommentare ungeprüft zu übernehmen. Ein Zerrbild über die Entwicklung des Landes, seine Fortschritte usw. musste geschaffen werden, um militärisches Eingreifen, totale Blockade und ständige Interventionsdrohungen zu rechtfertigen. Eine Methode, die zuvor in vielen Ländern Mittel- und Südamerikas und im karibischen Raum für die USA von Erfolg gekrönt war. Natürlich drängen sich Vergleiche mit der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart auf. Das jedoch ist nicht Gegenstand dieses Berichtes. Wie der Leser auf den folgenden Seiten nachlesen kann, hat die DKP und ihre Brigade "Carlos Fonseca" zahlreiche Projekte in Nicaragua finanziert und mit Brigaden errichtet. Mehr als 300 Frauen und Männer, alles Mitglieder der DKP, haben sich vor Ort daran beteiligt. Die finanziellen Mittel sind das Ergebnis der Spendenbereitschaft aller Mitglieder der DKP, aber auch zahlreicher Bürger unseres Landes. Ihnen allen möchten wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen. Wir berichten in dieser Chronik über die Solidarität mit Nicaragua. Andere Bereiche der internationalistischen Tätigkeit der DKP bleiben hier ausgeblendet. Erwähnen möchten wir jedoch, dass die DKP seit 1995 mit vier (4) großen Brigaden in Kuba tätig war, um gemeinsam mit kubanischen Bauarbeitern eine Rehabilitationsklinik für Erwachsene, 3 Familienarztpraxen in Matanzas sowie ein Rehabilitationszentrum für Kinder in Cardenas mitzufinanzieren und zu bauen. Die finanziellen Mittel für diese Neubauten und ihre Ausstattung wurden durch Spendenkampagnen der DKP in der Bundesrepublik aufgebracht. Unsere Brigade hat sich daran beteiligt.

Chronologie der Projekte

1984/1985

Insgesamt 63 Mitglieder der DKP, SDAJ und des MSB – Spartakus beteiligen sich an dem Neubau einer Druckerei in Managua mit kompletter Maschineneinrichtung, Sozialräumen und Unterkunft für die zukünftigen nicaraguanischen Beschäftigten. Ihnen zur Seite stehen in den letzten 3 Monaten der Bauzeit 27 Nicaraguaner, die gleichzeitig zu Druckern, Schriftsetzern, Facharbeiterinnen und Facharbeitern an der Buchbinderstrasse, der vollelektronischen Offsetmaschine, Fotolabor u.a. ausgebildet werden. Am 25. März 1985 wird die Druckerei anlässlich des 5.Jahrestages der Alphabetisierung feierlich übergeben. Mit dieser Druckerei können erstmalig die notwendigen Schulbücher im Lande selbst hergestellt werden. Außerdem werden hier die Zeitschriften der Sandinistischen Jugend, der Frauenorganisation Amlaye und der Studentischen Jugend gedruckt.

1985 – 1988

Mehrere Mitglieder der Brigade arbeiten nach Abstimmung zwischen der FSLN und der DKP für eine längere Periode (bis zu 3 Jahren) in Nicaragua, um weitere Fachkenntnisse im Druck- und im Kommunikationsbereich (Telefon und Computer) zu vermitteln, Anlagen einzurichten usw. Gleichzeitig werden in der Bundesrepublik auf Wunsch der FSLN Nicaraguaner für längere Zeit ausgebildet und von Brigademitgliedern betreut.

Schule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1987

Die von uns errichtete Druckerei "Los Muchachos" wird mir der FSLN eigenen Druckerei "Cpasa" zusammengelegt zum "Centro Publicaciones de de Avancada los Muchachos". 31 Mitglieder der DKP, überwiegend Arbeiter aus Hamburger- und Kieler Werften sowie dem Hamburger Hafen fliegen nach Nicaragua. Ein Teil der Brigade hilft beim Umzug der Maschinen und Ihrem Aufbau am neuen Ort, nachdem eine neue Halle gebaut worden war. Außerdem erstellten sie einen Bürotrakt aus 2 Containern, die umgebaut und mit einem Dach versehen wurden. Ein weiterer Teil der Brigade fährt nach Matagalpa und verlegt im Barrio "Rudolfo Lopez" mit finanzieller Hilfe der Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe Freileitungen und elektrifiziert die ersten 60 Häuser in diesem Barrio.

1987 – 1990

Erstmalig beginnt nach längeren Vorbereitungen 1987 eine Brigade nach Abstimmung mit der Nationalleitung der FSLN und dem Postministerium Nicaraguas im Telekommunikationsbereich ihre Arbeit aufzunehmen. Seitdem sind jedes Jahr Fachbrigaden für diese Aufgabe in Nicaragua gewesen. Vorrangig bemühen sich bayrische Mitglieder der DKP um diesen Bereich.

1988

23 Brigademitglieder reisen nach Matagalpa in Nicaragua, um im Barrio "Rudolfo Lopez" den Freileitungsbau fortzusetzen und die Elektrifizierung weiterer 130 Häuser vorzunehmen. Im Dezember des Jahres reist eine kleine Delegation nach Managua, um weitere Soli-Aktionen mit der Nationalleitung der FSLN abzustimmen – vor allem auch im Zusammenhang mit den schweren Verwüstungen durch den Hurrikan "Joan". Gleichzeitig werden 30.000 US-Dollar in bar vom Solidaritätskonto der Brigade "Carlos Fonseca" überreicht.

1989

Aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg reisen 34 Genossinnen und Genossen nach Nicaragua, um in Matagalpa im Barrio "Rudolfo Lopez" eine Schule zu bauen, die den Namen unseres von den Contras erschossenen Brigadisten Berndt Koberstein erhält.

Gleichzeitig wollen wir in La Posolera die Elektrifizierung der im Jahre 1986 gebildeten Kooperative durchführen. Es sind Freileitungen zu verlegen und etwa 75 Häuser zu elektrifizieren. Der Transport der Strommasten und des anderen Materials gestaltet sich wegen des unwegsamen Geländes bei einer Strecke von 120 km von Matagalpa nach La Posolera außerordentlich schwierig. Außerdem sind unsere Brigadisten wegen des Kriegsgebietes besonderen Sicherheitsbestimmungen unterworfen.

1990

Eine Gruppe von 14 Brigadistinnen und Brigadisten fliegt nach Leon, um auch hier Freileitungen zu verlegen und ca. 150 Häuser zu elektrifizieren. Eine zweite Gruppe von Brigadisten fliegt wenige Wochen später nach Matagalpa, um im Barrio "Aquiles Bonicce" Freileitungen zu verlegen und 170 Häuser zu elektrifizieren. Die Brigade ist in einem bis zum Rohbau von einer US-amerikanischen Solidaritätsbrigade fertiggestellten zukünftigren Kindergarten untergebracht. Während ihrer Anwesenheit führt die Brigade die Restarbeiten (Elektrifizierung usw.) bis zur Fertigstellung durch. Noch im gleichen Jahr wird der Kindergarten eröffnet und 60 bis 80 Kinder, darunter eine Säuglingsgruppe, werden von 7 Frauen aus dem Barrio ehrenamtlich betreut. Seit dieser Zeit unterstützt unsere Brigade alljährlich den Kindergarten mit 1.500 bis 2.000 US-Dollar, um den Kindern ein warmes Mittagessen am Tag zu ermöglichen. Diese Brigade führt auch Arbeitseinsätze in Cebaco durch. Hier wird für eine Kooperative von der Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe eine Fabrik zur Herstellung und Reparatur landwirtschaftlicher Geräte errichtet.

1991 – 1992

In Matagalpa wird im Barrio "Aquiles Bonicce" die im Jahre 1990 begonnene Elektrifizierung mit der Installation der Straßenbeleuchtung abgeschlossen. In Leon wird das kleinere Barrio "Juan Jose Alvarez" elektrifiziert. Für diese Aktion werden 13.905 US-Dollar aufgebracht.

1993 - 1994

Nach Absprache mit der FSLN, dem "Bufete Popular" in Masaya und dem Bürgerkomitee des Barrio "Villa de 26. Febrero" übernimmt die Brigade die Verpflichtung, beim Bau von 145 Häusern für demobilisierte EPS-Angehörige (ehemalige Angehörige der sandinistischen Armee) zu helfen. Im Februar 1994 wird von der Brigade gemeinsam mit Einwohnern des Barrios der Grundstein für das erste Haus gelegt. Noch im gleichen Jahr haben 25 Familien ihre Plastik und Papphäuser verlassen und wohnen nun in festen Steinhäusern. Im Dezember 1993 findet ein Gespräch zwischen der Landarbeitergewerkschaft ATC und der DKP statt. Es wurde vereinbart, zur Aufrechterhaltung der Gewerkschaftsschule in San Emilia und zu ihrer Erweiterung im Verlauf des Jahres 1994 für 20.000 US-Dollar Bargeld und Sachwerte zur Verfügung zu stellen. Diese Aktion wurde erfolgreich abgeschlossen durch Übergabe von 14.500 US-Dollar in bar und weitaus mehr als 5.000 US-Dollar in Sachwerten wie Papier, Büromaschinen u.a.

1995

Im Juli 1995 wurden in Masaya dem Bürgerkomitee des Barrios "Villa de 26. Febrero" und der "Koordinierungsgruppe Häuserbau" unter Aufsicht eines Notars und Rechtsanwaltes die Mittel für den Bau weiterer 23 Häuser übergeben. 25.848 US-Dollar wurden für diesen Zweck von einer öffentlichen Einrichtung, einem "Dritte- Welt-Laden" und unserer Brigade aufgebracht. Die Häuser wurden errichtet und konnten noch im gleichen Jahr an die bedürftigen Familien übergeben werden. Auf Wunsch der Bewohner wird gleichzeitig in diesem Jahr ein Gemeinschaftshaus mit zweckgebundenen Spenden der DKP errichtet. Das Material wird per Container von Hamburg nach Nicaragua verschifft. Das fertiggestellte Gemeinschaftshaus dient für Versammlungen der Barriobewohner, der Kinderverpflegung usw.

1996 – 1997

Schwerpunkt der Solidaritätsarbeit in Nicaragua ist in dieser Zeit die weitere Hilfe für den Häuserbau in Masaya; hierfür werden 23.584 US-Dollar aufgebracht. Im Mai 1996 nimmt eine Delegation der DKP, darunter ein Mitglied der Soli-Brigade "Carlos Fonseca", am Parteitag der FSLN in Managua teil. Während eines freundschaftlichen Gespräches mit Daniel Ortega wird ihm eine zweckgebundene Spende in Höhe von 10.000 US-Dollar überreicht. Die von uns erbaute Berndt-Koberstein-Schule in Matagalpa erhält 1.943 US-Dollar für den Kauf von Schulheften, Lehrbüchern usw.. Der von uns im Jahre 1990 fertig gebaute und seither betreute Kindergarten in Matagalpa erhält 2.500 US-Dollar zur Sicherstellung täglicher warmer Mahlzeiten für die Kinder. Seit vielen Jahren werden alljährlich 2-3 Container (40 Fuß) mit Solidaritätsspenden wie Schulhefte, Schreibmittel, Medikamente, Nähmaschinen, Wäsche und Kleidung nach Nicaragua verschifft. Empfänger sind Schulen in Matagalpa, Leon und Diria, die Basisorganisationen "Movimiente Comunal" in Leon und Masaya sowie die Landarbeitergewerkschaft ATC. Alle oben genannten Soli-Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen und waren möglich, weil die Gesamtpartei der DKP dahinter stand und die politischen und materiellen Voraussetzungen sicherte. Wie bereits anfangs erwähnt, wären diese Solidaritätsaktionen ohne das Wirken vieler Mitglieder der DKP, ebenso wie anderer Menschen unseres Landes, nicht möglich gewesen. Die Brigadistinnen und Brigadisten – die alle den Flug nach Nicaragua sowie die dortige Verpflegung selbst finanzierten – haben das geleistet, was von vielen ermöglicht wurde!

1998

Im Juni 1998 konnten fast 18.000 US-Dollar für den weiteren Bau von Häusern in Masaya übergeben werden. Gegen Ende des Jahres waren die Häuser fertiggestellt und wurden den Familien übergeben. Damit haben seit 1993 mehr als 100 Familien, den Absprachen mit der FSLN und dem Bürgerkomitee des Barrios "Villa de 26. Febrero" entsprechend, eine feste und solide Unterkunft erhalten. Außerdem wurden im Frühjahr 1998 in Matagalpa dem Kindergarten 1.000 US-Dollar zur Versorgung der Kinder und der Berndt-Koberstein-Schule 900 US-Dollar zum Bau einer Schutzmauer vor Überflutungen übergeben. Im Oktober 1998 wurde vor allem der nördliche Teil Nicaraguas von einem schweren Hurrikan (Mitch) verwüstet. Am stärksten betroffen wurden die Regionen Leon, Chinandega, aber auch Matagalpa. Die DKP und ihre Brigade "Carlos Fonseca" hat den Aufruf des Nicaragua-Vereins Hamburg aktiv unterstützt und zugleich eigene Initiativen zur schnellen Solidarität entwickelt. Bereits im November/Dezember 1998 konnten wir die ersten 4.000 US-Dollar direkt vor Ort in Leon und Matagalpa übergeben. Während mehrere Häuser neben der Berndt-Koberstein-Schule zerstört waren, blieb die Schule im wesentlichen erhalten. Nach Reinigungs- und Aufräumarbeiten wurde sie als Notquartier für 8 Familien genutzt.

1999

Die Hilfe für die vom Hurrikan betroffenen Menschen ist weiterhin ein wichtiges Anliegen unserer Brigade. Neben der Unterstützung des Nicaragua-Vereins in Hamburg konnten wir direkt vor Ort in Posoltega und Matagalpa erneut 4.500 US-Dollar übergeben. Die Berndt-Koberstein-Schule führt wieder ihre eigentliche Aufgabe durch: etwa 100 Kinder werden in 4 Klassen unterrichtet. 1.000 US-Dollar für die Schule und 1.000 US-Dollar für den Kindergarten in Matagalpa werden übergeben.

2000

Der Berndt-Koberstein-Schule in Matagalpa im Barrio "Rudolfo Lopez" und dem Kindergarten im Barrio "Aquiles Bonicce" werden weitere 2.000 US-Dollar übergeben.

2001

Im September 2001 weilt eine Delegation der größten nicaraguanischen Gewerkschaft ATC unter Leitung ihres Vorsitzenden Garcia in Hamburg. In dieser Gewerkschaft sind die Bauern aus den Kooperativen, landarme Bauern und Landarbeiter zusammengeschlossen. Es kommt zu einem freundschaftlichen Gespräch zwischen Mitgliedern der Solidaritätsbrigade "Carlos Fonseca" und dieser Delegation. Für Ihre weitere Bildungsarbeit an der gewerkschaftseigenen Schule in San Emilia werden der Delegation 6.700 DM überreicht.

2002

Während eines Besuches in Matagalpa werden der Berndt-Koberstein-Schule und dem Kindergarten zusammen 4.430 DM als Beitrag für Schulmaterial und Kinderspeisen überreicht.

Schlussbemerkung

KinderNatürlich war es immer unsere Absicht, bei der Arbeit in den verschiedenen Projekten auch ständig nicaraguanische Männer und Frauen mit einzubeziehen. Ob bei dem neunmonatigen Bau der Druckerei in Managua, dem über mehrere Jahre gehenden Häuserbau in Masaya, den Elektrifizierungsarbeiten in mehreren Städten des Landes, dem Bau der Anne-Frank-Schule in Diriamba, der Berndt-Koberstein-Schule in Matagalpa, der Philip-Reis-Schule in Leon u.v.m. Immer waren es gemeinsame Projekte, die von Mitgliedern unserer Partei und nicaraguanischen Bürgern durchgeführt wurden.

Gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Kulturen, Achtung und Toleranz, Erfahrungsaustausch, aber auch neue Freunde und Freundschaften waren und sind bis heute ein weiteres wertvolles Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass unsere Brigade ein Todesopfer zu beklagen hat. Am 28.Juli 1986 wurde unser Genosse und Brigadist Berndt Koberstein auf der Fahrt von Wiwili nach Corinto von den Contras, einer von den USA ausgebildeten terroristischen Gruppe, überfallen und zusammen mit einem französischen und einem schweizer Brigadisten sowie zwei nicaraguanischen Bürgern erschossen. Seine Grabstätte liegt in Matagalpa.

Nicht aufgeführt sind hier die Einsätze vieler Mitglieder, die im Rahmen von Brigaden anderer Organisationen und Vereine, oder auch als "Einzelne" mit spezifischen Fachaufgaben, in Nicaragua gearbeitet haben. Ihre Solidaritätsarbeit, wie auch die anderer Organisationen und Vereine, ist ebenso gleichwertig zu beurteilen, wie die Solidarität der "Brigade Carlos Fonseca".

Abschließend sei gesagt, dass wir in diesem Jahr unsere Arbeit in Nicaragua beenden werden.

 


 

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